Der Zuhause – Citrix “Mini” XenServer

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Als Technik-interessierter Mensch nutze ich die Möglichkeiten von moderner Technik wie Dokumentenmanagement und RemoteServices auch gerne für Daheim. Also musste ein kleines System her, welches einen aktuellen Hypervisors wie den kostenlosen XenServer von Citrix ausführen kann, da das die Integration verschiedener Betriebssysteme doch erheblich vereinfacht.

Das setzt jedoch gewisse Anforderungen an die Hardware, besonders an die CPU. Diese muss Intel-VT oder AMD-V implementiert haben, womit man die weit verbreiteten Mini-Systeme mit Intel-ATOM oder kleinen Celeron CPUs schonmal von der Liste streichen kann. Ein VT fähiger Intel-CPU wäre dann schon entweder ein ausgewachsener Destop CPU (viel Strom) oder die Intel ATOM Z-Serie mit VT (teuer).

Um den Kosten / Nutzen Faktor nicht zu sprengen, konnte es also “nur” ein AMD werden.
Damit wurde Ich auf ein Produkt von Zotac aufmerksam. Die ZBOXHD-AD01. Preislich um die 170€. Besonderer Vorteil der verbauten AMD NEO X2 CPU ist einerseits die geringe Stromaufnahme von gerade einmal 19Watt (Herstellerangabe) und natürlich:  AMD-V.Aber läuft XenServer 5.6 FP1 darauf? Ein Versuch ist es wert. Ich bestellte das Barebone-System, dazu noch 4GB DDR2 SODIMM (1 Slot verfügbar, 4GB sind leider das Maximum, für mich aber völlig ausreichend).
Ein 320er 2,5” Festplatte mit 7200UPM) hatte ich noch “rumliegen”. Die Option, dem System eine SSD zu spendieren halte ich mir offen.Die Installation von XenServer 5.6 FP1 verlief problemlos. Netzwerkkarte erkannt, Festplatte erkannt. Perfekt! (dachte ich). Nach dem Fertigstellen der Installation die erste Ernüchterung. Die Netzwerkkarte scheint nicht richtig implementiert zu sein. Es kommen kaum bis keine Daten rüber. Ab und zu ein Ping. Kurz Google befragt und siehe da, XenServer 5.6 FP1 hat wohl eine fehlerhafte Implementierung der Realtek RTL8111/8168B Treiber.

Also griff ich zurück auf XenServer 5.6 (ohne FP1).Dieses mal gab es wirklich keinerlei Probleme. Installation lief durch, Reboot und Zugriff auf das System über XenCenter von meinem Windows-PC aus auch. Ich aktivierte die kostenlose XenServer 5.6 Version und begann mit der Installation von Virtuellen Maschinen.

Für das Problem mit den Realtektreibern gibt es eine Lösung:
Nach der Installation an der lokalen Konsole in die Datei modprobe.conf mittels

nano /etc/modprob.conf

die Zeile

options r8169 use_dac=1

hinzufügen. Rebooten und fertig.

Ich brauche: Ein DMS System, einen kleinen Webserver, einen Windows Desktop für Zugriffe über Remote und einen VPN Server für normale PPTP Einwahl.

Nach einigen Stunden Studium (Google) entschied ich mich für folgende Varianten.
Als Desktop System sollte ein einfaches XP zum Einsatz kommen.
Als DMS System kommt ein Agorum zum Einsatz. Dieses läuft gut und gerne unter Debian Lenny.
Als Webserver entschied ich mich für eine Variante basierend auf Apache: ISPConfig3, ebenfalls auf Debian Lenny.
Dementsprechend auch der VPN Server mittels pptpd unter Debian Lenny.

Die Windows Installation war leicht gemacht. XP ISO gemountet, Installation durchgeklickt, Updates installiert, fertig. Schnell noch die Remotedesktopdienste aktiviert, erledigt.

Bei den Debian-Maschinen griff ich auf die XenServer gestützte Web-Installation zurück (komplett ohne Datenträger oder ISO).
Einfach eine neue VM hinzufügen, Als Template “Debian Lenny” auswählen und als Installations-Medium “Install URL”: „http://mirror.switch.ch/ftp/mirror/debian/„ angeben.

Nach der Installation noch die XenTools aktualisieren.

Fertig.

Da ich nicht gerne mehrere “Schlüsseldienste” auf einem Server mache, und auch gerne mit den Möglichkeiten eines Hypervisors arbeite, habe ich mich entschieden DMS, VPN und Webserver auf 3 getrennte VMs zu legen. Dazu habe ich die fertig Installierten Basis-Debian-VM gecloned, und die Hostnamen bei den Clonen geändert.

Den VPN Server habe ich nach einer einfachen Anleitung installiert und zusätzlich mit Webmin ausgestattet. Das erleichtert das Anlegen von VPN-Usern.

Das DMS System “Agorum” habe ich nach der Anleitung des Herstellers installiert.
Den Webserver incl. ISPConfig ebenso.

Das System läuft prima, die ZBOX tut was sie soll. Wenn ich jetzt noch ein kleines Storage hätte welches über NFS angebunden wäre, könnte ich mir glatt noch so ein Ding kaufen und einen Xen-Pool erstellen in dem ich die VMs wild zwischen den beiden ZBOXen hin und her schieben kann (XenMotion).

Aber das wäre doch übertrieben verrückt. Oder? :o)

Fazit: Für Leute die sich gerne mit solchen Dingen beschäftigen, ein lohnenswertes Spielzeug.

Danke für´s lesen,
Christian

Veröffentlicht von

Christian

Mit den Fachgebieten Virtualisierung und Citrix arbeite ich als Pricipal Consultant bei Axians IT Solutions GmbH in Deutschland.

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